Nach der Fülle von Katastrophenmeldungen der letzten zwei Jahre, dem Stopp bei der A44, dem Ausfall der S6, der Ungewissheit bei der Westbahn, der Schließung des lokalen Krankenhauses und dem Saisonausfall bei der Naturbühne Blauer See scheint sich das Blatt für Ratingen zu wenden.
Verkehrsminister Schnieder hat grünes Licht für den Lückenschluss der A44 gegeben, die S6 fährt jetzt fast immer, die Gewerbesteuer spült unverhoffte Rekorde in die Stadtkasse, der Spielplan für die Sommersaison am Blauen See steht und die 750 Jahrfeier lockt in diesem Jahr mit vielen attraktiven Events.
In die Hände spielen Ratingen in Zukunft vielleicht die neuen Handelsabkommen der EU mit den Mercosur-Staaten und zuletzt mit Indien auch als Reaktion auf die aggressive Zollpolitik von Trump. Von dieser neuen Vernetzung könnten wir im Ballungsraum NRW profitieren mit Investitionen indischer und brasilianischer Unternehmen. Erst recht, wenn mit dem neuen kompakten Langstreckenjet von Airbus A321XLR das Angebot an Direktverbindungen vom Flughafen Düsseldorf zu einer neuen Drehscheibe ausgebaut wird.
Und seit mehr als 100 Tagen regiert in Ratingen ein neuer Bürgermeister. Patrick Anders kann auch Dank der soliden Arbeit seines Vorgängers Klaus Konrad Pesch mit gut gefüllten Kassen und einer dichten Infrastruktur bei Kitas und Schulen auf eine gute Basis aufsetzen.
Er ist jung und steht damit vielleicht sogar für mehrere Amtsperioden in Ratingen zur Verfügung, um die Stadt maßgeblich neu zu gestalten. Bei diesen Aufgaben wünscht der UVR Patrick Anders viel Erfolg und immer eine gute Hand mit dem Ziel, täglich an der Attraktivität unserer Heimatstadt zu wirken.
Denn Attraktivität ist im besten Sinne Standortpolitik und damit auch Wirtschaftspolitik. Ratingen ist eine der „grünsten“ Städte Deutschlands (Platz 2 beim Versiegelungsgrad). Aber für die Sichtbarkeit und Bekanntheit im Zangengriff der umliegenden Großstädte braucht es mehr als nur grün zu sein. Da sind weitere Leuchttürme und Qualitäten, Wohnraumalternativen und vielleicht einfach eine bessere Vermarktung, indem wir unsere vorhandenen Trümpfe besser ausspielen.
Die Karten sind für Ratingen gut gemischt. Auf der Gewinnerseite bleiben wir, wenn es uns gelingt, die ansässigen Unternehmen hier zu halten, neue für uns zu begeistern, deren Chefs und Mitarbeiter zu echten Ratingen Fans zu machen, die den dringenden Wunsch verspüren, hier ihren Lebensmittelpunkt zu finden.
Olaf Tünkers
Vorsitzender des Vorstands
Unternehmensverband Ratingen