Stimme der Wirtschaft: Veloroute muss das Ziel sein


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Ratingens Pendler träumen von einer funktionierenden S6, von einer Westbahn und von einer A44 ohne Lücke. Eine Alternative zur Bahn und zum Auto wäre gerade in den Sommermonaten das Fahrrad, gerne mit elektrischer Hilfe; allein die Radtrassen laden nicht zum täglichen Pendeln ein. 

Bereits seit Jahren existiert der Masterplan Radwegenetz im Kreis Mettmann. Umgesetzt wurde von dem anspruchsvollen Plan nach meinem Kenntnisstand bisher kein Meter. Ursachen für das Scheitern sind neben den finanziellen Aufwendungen das Fehlen klarer Zuständigkeiten für diese Wege im Spannungsfeld zwischen den Städten, dem Kreis und dem Land. Im Erstellen von Plänen, Studien und Gutachten sind wir gut, nur mit der Umsetzung scheint es in unserem Land zu hapern.

Interessant ist in diesem Zusammenhang die von der Stadt Ratingen in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie (März 2026) zu einer Veloroute, auch Radvorrangroute genannt, die die Städte Duisburg, Ratingen und Düsseldorf verbinden würde. Im Gegensatz zu Radschnellwegen, die von den Dimensionen (Breite, Ausstattung, Kosten) in unserem Ballungsraum kaum umsetzbar wären, setzt die Veloroute auf intelligente Verbindung von Vorhandenem.

Die Investitionen für eine solche Veloroute beinhalten u.a. eine professionellere und durchgängige Beschilderung. Anstelle neuer Wege werden bestehende genutzt, in Teilen ausgebaut und mit klaren Übergängen verknüpft, damit ein weitgehend kreuzungsfreies und sicheres Radfahren möglich wird. Eine realisierte Veloroute Duisburg-Ratingen-Düsseldorf wäre auch ein erster Baustein für ein Radwegenetz im Kreis Mettmann und könnte so dem angesprochenen Masterplan wieder Leben einhauchen. 

Am Zug sind jetzt die Städte Duisburg, Ratingen und Düsseldorf in ihren Gebieten mit ersten Umsetzungen zu starten. Die Veloroute wäre ein gutes Signal für die Umwelt, für die Einpendler in der Region und für die Ratinger Westbahn, an der der Radweg in weiten Teilen parallel verläuft und so täglich als neue Verkehrsachse erlebbar wäre.

Olaf Tünkers

Vorsitzender des Vorstands

Unternehmensverband Ratingen e.V.