Am 15. April 2026 startete in den Räumen der DKV Mobility in Ratingen ein besonderes Projekt: der Innovationsförderpreis Ratingen des „Living Room“.
Ein Ideen- und Gründungswettbewerb, bei dem Teams aus der Region ihre Geschäftsideen einreichen und anschließend durch Mentoring, Workshops und ein starkes Netzwerk begleitet werden. Die Preisgelder für die ersten Plätze treten dabei fast in den Hintergrund.
Getragen wird das Projekt von der lokalen Wirtschaft und der Sparkasse HRV. In der Jury sitzen Wissenschaft, Berater und Unternehmerschaft, Schirmherr ist Bürgermeister Patrick Anders. Vor allem aber bringt dieses Format etwas Entscheidendes zusammen: etablierte Unternehmen und neue Gründer.
Genau diese Verbindung ist es, die Innovationen fördert.
Niemand weiß heute, welche Ideen sich durchsetzen werden. Es muss auch nicht das nächste globale Tech-Unternehmen entstehen. Entscheidend ist etwas anderes: dass überhaupt neue Ideen entstehen und dass sie die Chance bekommen, sich zu entwickeln.
Denn die Rahmenbedingungen verändern sich gerade grundlegend. Neue Technologien, insbesondere Künstliche Intelligenz, ermöglichen es kleinen Teams, in kurzer Zeit marktfähige Produkte zu entwickeln. Prozesse, die früher große Ressourcen erforderten, lassen sich heute automatisieren. Der Kapitalbedarf sinkt, die Geschwindigkeit steigt.
Das verändert die Struktur unserer Wirtschaft. Es entstehen mehr kleine, hochspezialisierte Unternehmen, die flexibel auf Veränderungen reagieren können. Innovation wird breiter, schneller und dezentraler.
Umso wichtiger ist es, dass Ratingen solche Entwicklungen aktiv unterstützt. Der Innovationsförderpreis ist dafür ein gutes Beispiel. Er zeigt: Es gibt vor Ort nicht nur etablierte Stärke, sondern auch den Willen, Zukunft zu gestalten.
Auch der „Living Room“ selbst ist Teil dieser Entwicklung. Als Coworking-Space schafft er einen Ort, an dem gearbeitet, gelernt und vernetzt wird. Ein Umfeld, das gerade für Gründer entscheidend ist.
Was daraus entsteht, lässt sich heute nicht vorhersagen. Aber die Voraussetzungen stimmen.
Der entscheidende Punkt ist: Innovation lässt sich nicht verordnen. Aber man kann die Bedingungen schaffen, unter denen sie entsteht.
Ratingen ist auf einem guten Weg.
Und vielleicht fehlt am Ende tatsächlich nur noch ein Baustein: eine Hochschule vor Ort.
Hakan Cetin
Geschäftsführer
Unternehmensverband Ratingen e.V.